Ohren anlegen Vorsorge & Nachsorge: Vor und nach der Segelohren-OP

Präoperative Vorsorge

Bevor der Patient sich abstehende Ohren anlegen lassen kann, wird der Ohrenarzt zuerst mit diesem ein individuelles Patientengespräch zur Voruntersuchung führen. Bei diesem Arztgespräch wird die Anamnese (Krankengeschichte) aufgenommen und auch mögliche Vorerkrankungen, wie zum Beispiel eine Osteopathie erfasst. Ein guter plastischer Chirurg sollte seine Patienten über mögliche Risiken mit einem Aufklärungsbogen umfassend informieren. Der Arzttermin dient aber auch dazu, um das gewünschte Resultat zu besprechen. Im Anschluss kann der zu Behandelnde den OP-Vertrag vorgelegt bekommen und diesen gegebenenfalls unterschreiben.

Bei der anschließenden Vorsorgeuntersuchung wird ein großes Blutbild angelegt. Diverse Faktoren wie Gerinnungsparameter und Entzündungswerte helfen den HNO-Spezialisten mögliche Komplikationen für die Ohren-OP frühzeitig vorzubeugen. Bevor es zu einer minimalinvasiven Ohrenkorrektur kommt, wird der Anästhesist in einem Aufklärungsgespräch die Art der Narkose besprechen, denn diese ist bei Kindern und Erwachsenen von vornherein unterschiedlich.

Vor der Segelohren-OP muss der Patient nüchtern sein. Das heißt er darf 6 Stunden vorher nichts mehr Essen, 3 Stunden vorher nicht mehr Rauchen, und 2 Stunden vorher nichts mehr Trinken. Beruhigungsmittel dürfen allerdings mit wenigen ml Wasser kurz vor der Verlegung in den Aufwachraum genommen werden. Eine Woche vor dem Operationstag müssen blutverdünnende und gerinnungshemmende Präparate wie z.B. Aspirin abgesetzt werden. Auch Medikamente, welche die blutgerinnungshemmende Acetylsalicylsäure enthalten, dürfen nicht mehr eingenommen werden. So werden risikohafte Blutungen während und nach der Operation möglichst verhindert. Alkohol und Nikotin stellen ebenfalls ein Risiko für den Erfolg dar. Ein mehrwöchiger Alkoholverzicht vor dem chirurgischen Eingriff ist auch ein Muss in der Schönheitschirurgie. Rauchen nach der OP ist möglich, wirkt sich aber negativ auf die Heilungsdauer aus, genauso wie Alkohol.

Postoperativ – Nachsorge beim Schönheitschirurg

Für die erste Nacht nach der OP wird eine 24h-Bereitschaft durch die Schönheitsklinik eingerichtet. Bei einer ambulanten Schönheits-OP kann dies auch durch eine Betreuungsperson im Behandlungszimmer geschehen. In den Nachsorgeuntersuchungen wird dem Operierten ein aseptischer Druckverband auf dem Außenohr angelegt. Dabei kommt immer ein steriler Verband zum Einsatz. Dieser Kompressionsverband unterstützt den Ohrknorpel bei der Wundheilung. Eine Mullbinde wird darüber als Schutzverband angebracht. Der Behandelte sollte etwa eine Woche den Verband tragen, also bis zur nächsten Nachkontrolle. Bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sollten Patienten den HNO-Chirurg unbedingt darauf ansprechen, wenn der Verband zu eng sitzt, damit keine Druckstellen am Ohrläppchen entstehen, und die Verheilung nach dem Segelohren anlegen möglichst erfolgreich verläuft.

Wenn der Verband juckt, dann kann alternativ auch auf Ohrenklappen oder Ohrbandagen gewechselt werden. Es ist ratsam den Kopfverband nach jeweils einem Tag zu wechseln, denn durch den Verbandswechsel wird der Heilungsprozess unterstützt. Ein guter plastischer Chirurg wird den Operierten über das richtige Verhalten nach der Operation aufklären. Denn das Verhalten danach entscheidet darüber, wie gut die Abheilung der Ohrmuschel verläuft. Die Verhaltensregeln für einen Wundverband sind im Grunde ganz einfach: Er muss immer sauber gehalten werden. Nur so können die Ohren nach der Korrektur ohne Infektion verheilen. Wie lange der Verband nach dem Anlegen der Ohrmuscheln getragen werden sollte, entscheidet der Arzt individuell.

Verbandsmaterial – Was beachten?

Der Patient hat seine Segelohren durch eine Otoplastik operativ entfernen lassen, doch was passiert danach? Der Verband nach der OP sollte jederzeit getragen werden. Auch in der Nacht beim schlafen! Hierbei kann das Tragen eines Stirnbands hilfreich sein. Dies verhindert ein Abknicken der Ohren und wirkt sich daher positiv auf den Heilungsverlauf aus. Der Operierte sollte sich zudem die Rückenlage im Schlaf angewöhnen, und die Seitenlage dahingehend abgewöhnen. Auf der Seite schlafen nach der Schonungszeit ist dann aber kein Problem. Diese Schonzeit sollte aber unbedingt eingehalten werden! Wer sich dafür entscheidet extrem oder leicht abstehende Ohren korrigieren zu lassen, der muss auch die Ruhepause einhalten. Das Verhalten nach dem Ohrenanlegen entscheidet auch über den Erfolg der Heilung.

Es gibt verschiedene Arten und Varianten, wie ein steriler Verband angelegt werden kann:

  • Tapeverband
  • zirkulärer Turbanverband
  • Pflasterverband
  • Ohrmuschelverband
  • sensitiver Salbenverband

Es kann auch eine Tamponade im Ohr zum Wasserschutz verwendet werden. Ohrenschützer sind ebenfalls möglich. Jeder Ohrenverband hat seine eigenen Vor- und Nachteile. Eine gute Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde wird den Operierten darüber ausgiebig informieren, sodass er den für sich geeignetsten Ohrverband bekommt. Schließlich ist der Ohrschutz ein wichtiger Aspekt, wenn der Patient seine Ohrenfehlstellung durch eine otoplastische Korrektur loswerden möchte.

Ohren operieren – was danach beachten?

Durch die ästhetisch plastische Chirurgie können sich Segelohren mit einer rekonstruktiven Operation dauerhaft beheben lassen. Allerdings gibt es in der Nachsorge einiges zu beachten. Welcher HNO-Arzt den korrektiven Eingriff durchführt und für welche Klinik sich der Patient entscheidet spielt dabei eine Rolle, denn die Rekonvaleszenz korreliert mit der Art des Operationsverfahrens, und hat somit einen gewissen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Heilung.

Zu den bekanntesten OP-Methoden zählen:

  • Fadenmethode
  • Knorpelresektion
  • Cavumrotation
  • Anthelixplastik
  • Ritztechnik
  • Schnitt-Nahttechnik
  • Earfold-Implantat

In einer Privatklinik könnte aber die Verpflegung unter Umständen etwas besser sein, als in einem öffentlichen Krankenhaus, da sich die Krankenschwestern etwas mehr Zeit für die Patienten nehmen können.

Das Ausspülen oder durchspülen der Ohren ist erst nach rund einer Woche möglich. Vorher sollte der Operierte das Spülen unbedingt vermeiden. Das Reinigen der umliegenden Haut ist problemlos möglich, das Putzen sollte aber mit sorgfältiger Milde vorgenommen werden. Nach dem Anlegen der abstehenden Ohrmuscheln, kann eine leichte Schwellung auftreten, die aber nicht selten bereits nach einer Woche wieder abklingt. Eine Narbenpflege mit Narbengel ist möglich, allerdings ist eine Narbenbehandlung oftmals nicht nötig. Sollte doch der Fall eintreten, dann kann der Operierte auch über eine Narbenkorrektur nachdenken.

Unmittelbar nach der operativen Behandlung der Segelohren, ist das Autofahren strikt verboten, da die Fahrtüchtigkeit durch Verbände, Schmerzen und das Anästhetikum stark beeinträchtigt wird. Der Patient sollte sich daher lieber von einer Begleitperson abholen lassen. Die erste Zeit ist UV-Strahlung im Solarium, und auch natürliches UV-Licht zu vermeiden. Wie lange kein Sport nach dem Verschönern der Ohren getrieben werden darf, entscheidet immer der Chirurg individuell. In der Regel gilt das Sportverbot für bereits leichte sportliche Betätigungen aber für 4 Wochen. Wann wieder Sport, wie Mannschaftsspiele oder Kampfsport durchgeführt werden kann, unterliegt der Einzelentscheidung des Mediziners.

Sonnenbestrahlung und Saunagänge sollten ebenfalls vermieden werden, weil Wärme und heiße Luft in der Sauna den Verlauf der Heilung nicht fördern. Wann duschen nach der OP und ab wann Haare waschen nach dem Annähen der Ohren erlaubt sind, ist ganz einfach: sobald die Wunde verheilt und alle Pflaster entfernt wurden. Wie lange nicht schwimmen? Nach der Ohrenkorrektur, entscheidet der Arzt individuell im Einzelfall, wann Schwimmen wieder erlaubt ist. Gleiches gilt für das Tauchen. Bei beidem könnte unreines Wasser eindringen und zu akuten Infektionen führen.

An sich gibt es kein Flugverbot nach einer Ohren-OP. Allerdings sollte der Operierte nur in Absprache mit dem Arzt fliegen. Meist ist eine Flugreise erst nach der Abschlußuntersuchung möglich. Sollte der Flug bereits gebucht sein, dann muss dieser unter Umständen auf einen späteren Termin umgelegt werden. Problematisch sind vor der letzten Untersuchung ebenfalls Fahrradhelm, Headset, oder Kopfhörer. Diese sollten nicht am operierten Ohr getragen werden.

Postoperativ – Wie lange Krankenhaus und wann wieder arbeiten?

Der Krankenhausaufenthalt ist in der Regel ambulant. Bei einer Vollnarkose kann der Klinikaufenthalt aber bis zu 3 Tage dauern. Der HNO-Spezialist wird gewöhnlich einen Krankenschein für eine Woche ausstellen, sofern eine medizinische Indikation vorliegt. Der Patient erhält nur dann in jeder Klinik eine Krankschreibung nach dem operativen Eingriff und damit auch ein ärztliches Attest und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Daher muss unbedingt eine Krankmeldung beim Arbeitgeber erfolgen, sofern die Ohrenanlegeplastik als medizinisch notwendig anerkannt wurde. Das Krankschreiben ist obligatorisch, um die frische Wunde unmittelbar nach der Operation zur Ruhe kommen zu lassen. Wie lange arbeitsunfähig und wie lange krank geschrieben ein Patient ist, hängt auch mit der Operationstechnik zusammen. Und variiert etwa zwischen 1-10 Tagen. Dies richtet sich dann nach dem individuellen Krankenstand, der um Tage, Wochen und selten Monate variieren kann.

Nachsorge, Nachoperation und Weiterbehandlung:

Gesellschaftsfähig ist der Operierte bereits nach wenigen Tagen. Vorsorgliche Nachbehandlung der Narben kann die Heilungsdauer positiv beeinflussen. Gerade das Kühlen kann eine abschwellende Wirkung erzielen. Wie lange eine Schwellung nach der Ohrmuschelanlegung zu sehen sind, ist je nach Patient unterschiedlich. Wann Fäden ziehen nach der Operation sinnvoll ist, wird individuell festgelegt. Das geschieht meist nach 7-12 Tagen. Ist das Gewebe abgeschwollen und die Wunde verheilt, dann beginnt die Pflege danach. Eine Antibiotikaprophylaxe dient der Prävention von Infektionen. Allerdings helfen Antibiotika nur gegen Bakterien. Gegen Viren und Pilze werden Desinfektionsmittel zur Keimreduzierung oder andere speziellere Arzneimittel eingesetzt. Diese können auch entzündungshemmend wirken, falls die Wunde schlecht abheilt. Eine gute Heilung nach wenigen Tagen sollte so möglich sein.

Was hilft gegen Schmerzen nach der Segelohren-OP?

In der Regel wird dafür Novalgin verschrieben. Bei reinen Ohrenschmerzen ist aber auch Otovowen denkbar. Es kann eine Drainage in Form von einer Lasche eingelegt werden, was die Rekonvaleszenz unterstützt. Diese wird nach ein bis zwei Tagen wieder schmerzfrei entfernt. Arnica in Form von Globuli kann als Komplementärmedizin der Bildung von Blutergüssen vorbeugen, was den Heilprozess ebenfalls verbessern kann. Lymphdrainagen können verschrieben werden, sind aber meist nicht notwendig. Auch eine Nach-OP dürfte bei einer Otopexie (Ohranlegeplastik) eher selten nötig sein.