Ohren anlegen Krankenkasse: Wann bezahlt sie die Ohrenkorrektur, wann zahlt sie die Segelohren-OP nicht?

Wer sich abstehende Ohren anlegen lassen möchte, kommt meist schnell zu der folgenden Frage: Was wird von der Krankenkasse bezahlt?

Die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse, bzw. den Versicherungsträger, ist in Deutschland nicht einheitlich festgeschrieben. Bei Kindern und Erwachsenen machen die privaten und gesetzlichen Krankenkassen jedoch große Unterschiede. Wer die Ohrenkorrektur über die Krankenkasse abrechnen lassen kann, darf sich glücklich schätzen.

Bis wieviel Jahren bezahlt die Krankenkasse eine Ohren-OP?

Besonders schwierig wird es für Erwachsene über 18 Jahren. In der Regel ist eine Kostenübernahme durch die Versicherung nicht möglich.

Unter 18 bedarf es zusätzlich einer Genehmigung der Eltern, denn erfolgt mit 17 Jahren eine Ohrenkorrektur ohne Zustimmung der Erziehungsberechtigten, kann die HNO-Praxis dafür rechtlich belangt werden. Die Kosten als Erwachsener werden nur in Ausnahmefällen anerkannt. Bei Kindern bis zum 14. Lebensjahr bezahlt das die Krankenkasse in vielen Fällen. Doch bis wann die Krankenkasse zahlt, hängt maßgeblich von der Versicherung ab.
Wer bezahlt somit die Ohr-OP eines Erwachsenen? Wenn kein ärztlicher Befund vorliegt, der eine Begründung für eine medizinische Indikation enthält, scheitert der Kostenübernahmeantrag.

Oftmals wird eine Diagnose gestellt, dass die Otopexie (Ohranlegeplastik) nicht notwendig ist. Wer extrem oder leicht abstehende Ohren korrigieren lassen möchte, sollte sich darauf einstellen, dass die minimalinvasive Behandlung bei einem Ohrenarzt als Schönheits-OP eingestuft wird. Da Patienten selbst für Ihren betrieblichen Ausfall verantwortlich sind, erfolgt keine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber. Kommt es zum Streit mit der Versicherung, wird meist ein Sachverständiger des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) eingeschaltet. Nun entscheidet die Formulierung im Gutachten, wobei sich der Gutachter auf die Richtlinien des ICD 10 (der Internationalen Klassifikation von Krankheiten, konkret: Q17.5) bezieht.

Nicht selten werden Betroffene, die sich ihre Segelohren anlegen lassen möchten, ausgegrenzt und ausgelacht. In einigen Fällen gehen die psychische Belastung und Depressionen soweit, dass es zum Suizid kommt. Inwieweit psychische Probleme dadurch, dass sich Betroffene ihre Segelohren mit einer Otoplastik operativ entfernen lassen, gemindert werden können, wird durch ein psychiatrisches Gutachten festgestellt. Der Leidensdruck wird meist durch Minderwertigkeitskomplexe verstärkt. Durch eine Ohr-OP lässt sich der gesamte Gesichtsausdruck ändern.

Ab wann zahlt die Krankenkasse das chirurgische Anlegen der Ohrmuscheln?

Kommt der Psychiater durch sein psychologisches Gutachten zu dem Ergebnis, dass der Schweregrad sowie der psychosoziale Druck es rechtfertigen, sich die Ohren operieren zu lassen, hat der Antrag auf Kostenübernahme Erfolg.
Abgesehen von dieser Ausnahmeregelung ist eine Kostenbeteiligung jedoch selten. Die Kostenerstattung wird meist abgelehnt, da eine psychotherapeutische Behandlung Vorrang hat. Im Rahmen der Therapie, etwa durch Psychoanalyse, die auf Rezept erfolgt, kann das Stadium der psychischen Belastung, auf andere Art als durch eine Ohrenoperation verbessert werden.

Ab wann bezahlt die Krankenkasse die Kosten der Antragsteller? Sprechen medizinische Gründe für einen operativen Eingriff, ist dieser also medizinisch notwendig, so hat der Erstattungsanspruch Erfolg.
Wann übernimmt die Krankenkasse keine Zuzahlungen? Wird das Anlegen der Ohren durch einen HNO-Spezialisten als kosmetischer Eingriff im Rahmen der Schönheitschirurgie angesehen, haben Patienten mit ihrem Antragsformular keinen Erfolg.
Dennoch kann es Sinn machen, die Kostenübernahme der Krankheit in einem Prüfverfahren zu beantragen.

Sowohl Kassenpatienten als auch Privatversicherte haben Schwierigkeiten, die Versicherungsleistung im jeweiligen Versicherungsvertrag, bzw. Leistungskatalog, ausfindig zu machen. Es gibt zwar Richtlinien, an denen sich die Kassenleistung der GKV (der gesetzlichen Kasse) sowie private Krankenversicherung orientiert. Nur selten handelt es sich bei der Ohrmuscheloperation jedoch um eine Pflichtleistung oder Regelleistung. Wer seine Segelohren mit einer Operation dauerhaft beheben lassen möchte, kann daher an einen Versicherungsvergleich denken.

Gesetzlich Versicherte zahlen zwar meist einen niedrigeren Beitragssatz als Privatpatienten, dies bedeutet jedoch nicht, dass die private Krankenkasse (PKV) eher zahlt.
Über eine Krankenzusatzversicherung kann zum Teil ein Krankenkassenzuschuss beantragt werden.
Wer privat versichert ist, kann seine Segelohren durch eine otoplastische Korrektur loswerden und die Finanzierung unter Umständen über Zusatzbeiträge sichern.
Bei privatärztlicher Behandlung reichen die Sätze, wenn eine gute Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde gewählt wird, zur Kostenregulierung meist nicht aus.

Wird ein Antrag abgelehnt, können Betroffene mit einer Klage gegen die Ablehnung vorgehen. Es gibt verschiedene Gerichtsurteile durch Sozialgerichte, wie das LSG oder das Bundessozialgericht sowie durch den Bundesgerichtshof (BGH). Ein Rechtsanwalt vertritt die Kläger gerichtlich.
Die Gesetzgebung, konkret das Sozialgesetzbuch (SGB) bietet keine klare rechtliche Grundlage, sodass es stets um eine Einzelfallentscheidung geht. Der Richter wird sich maßgeblich auf ein Rechtsgutachten stützen.

Zunächst können all jene, die sich ihre Ohren in einer Schönheitsklinik anlegen lassen möchten, ihre Rechtsschutzversicherung anrufen. Je nach dem Grund der Ablehnung, steht der Rechtsweg offen und die Rechtsprechung ist erfolgversprechend. Im Rahmen der Rechtsauskunft kann auch eine mögliche Prozesskostenfinanzierung besprochen werden.
Da die Regelungen durch den Gesetzgeber nicht eindeutig sind, kann sich der Widerspruch bei der Krankenkasse, bei der zuständigen Sachbearbeiterin, lohnen.
Ist eine Schönheitsoperation nötig? Diese Frage wird im Kern beantwortet, wenn die Krankenkasse verklagt wird. Das Recht der Ärztekammer ist hiervon hingegen unabhängig.

Wer zahlt bei der Beihilfestelle? Wer eine Kostenrückerstattung durch die Beihilfe begehrt, wird meist enttäuscht. Wenn die Krankenkasse die Kostenübernahme verweigert, gilt dies umso mehr für die Beihilfe. Die Chancen für diejenigen, die beihilfefähig sind, stehen schlecht. Gleiches gilt für Mitglieder der Bundeswehr.

Welche Krankenkasse bezahlt in der Schweiz, und bis zu welchem Alter zahlt die Krankenkasse das minimalinvasive Anlegen der Ohrmuscheln?

Es gelten ähnliche Sätze wie in Deutschland. Als Erwachsener wird es immer schwer.

Welche Krankenkasse übernimmt die Finanzierung in Österreich, und bis zu welchem Alter bezahlt sie? Welche Kosten zahlt die Krankenkasse (GKK)? Leider zahlt die Kasse die Operation in den seltensten Fällen. Selbstzahler müssen sich darauf einstellen, den Preis für die Privatklinik für Ästhetisch Plastische Chirurgie selber bezahlen zu müssen. Als Privatzahler erfolgt, wenn ein guter plastischer Chirurg gewählt wird, keine Rückzahlung.

Egal, welche Klinik ausgesucht wird und welcher HNO-Arzt die OP an Außenohr, Ohrknorpel, Ohrläppchen und Ohrmuschel durchführt, die Rechnung fällt hoch aus. Allenfalls im Ausland verlangt ein Schönheitschirurg bis zu 70% weniger, wodurch sich der eine oder andere Euro einsparen lässt.

Wird die Segelohren-OP als Schönheitsbehandlung eingestuft, können Patienten diese nicht als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen (§ 33 EStG).

Bis wann bezahlt die Krankenkasse eine Segelohren-OP?

Normalerweise muss der Kostenübernahmeantrag innerhalb von 3 Wochen beantwortet werden. Dies hat das Bundessozialgericht vor kurzem bekräftigt.

Zu den bekanntesten OP-Methoden zählen:

  • Fadenmethode
  • Knorpelresektion
  • Cavumrotation
  • Anthelixplastik
  • Ritztechnik
  • Schnitt-Nahttechnik
  • Earfold-Implantat

Gute Krankenversicherungen sind zum Beispiel:

  • AOK
  • Audi BKK
  • BARMER GEK
  • DAK
  • Debeka
  • BKK Mobil Oil
  • BKK Vor Ort
  • IKK Classic
  • SBK
  • TK (Techniker Krankenkasse / TKK)
  • Big Direkt
  • KKH
  • Knappschaft